The lost needle

One night Sri Adi Shankaracharya, the great Advaita Master, was desperately searching for something on the street outside his small hut. The pupil asked him what he was looking for…
Shankaracharya replied, “I lost my needle, I am looking for it.”

The pupil joined him in the search, but he asked, “Can you try and recollect where you might have dropped it?”

Shankaracharya said, “Of course, I remember. I dropped it near the bed in the hut.”

The pupil, utterly astonished at the strange answer, said, “Aacharya, you say you lost it inside the house, then why are we looking for it outside?”

Shankaracharya innocently replied, “There is no oil left in the lamp, so it is pitch dark inside the house. Hence I thought of searching for it outside since there is enough street light here.”

While holding back his laugh, the pupil said, “If you lost your needle inside the house, how could you even expect to find it outside?”

Shankaracharya simply smiled back at the pupil and said, „Isn’t that what we do? We run to far away temples and walk up mountains to search for what we have lost inside ourselves. We are all seeking outside what we have lost inside us. Why? Just because it is pitch dark inside. Silly, aren’t we?“

„Light the lamp inside you and find your lost treasure right therein.“

Indian Monk – interview

A Monk of the Ramakrishna Mission was being interviewed by a journalist from NY. The journalist started
interviewing the Monk as planned earlier.

Journalist – „Sir, in your last lecture, you told us about Jogajog (Contact) and Sanjog (Connection). It’s really confusing. Can you explain?“

The Monk smiled and apparently deviating from the question asked the journalist:

„Are you from New York?“

Journalist: „Yeah…“

Monk: „Who are there at home?“

The Journalist felt that the Monk was trying to avoid answering his question since this was a very personal and unwarranted question. Yet the journalist said: „Mother has expired. Father is there. Three brothers and one sister. All married…“

The Monk, with a smile on his face, asked again: „Do you talk to your father?“

The journalist looked visibly annoyed…

The Monk, „When did you talk to him last?“

The journalist, supressing his annoyance said: „May be a month ago.“

The Monk: „Do you brothers and sisters meet often? When did you meet last as a family gathering?“

At this point, sweat appeared on the forehead of the journalist. Now who is conducting the interview, the Monk or the Journalist.

It seemed that the Monk was interviewing the Journalist.

With a sigh, the Journalist said: „We met last at Christmas two years ago.“

The Monk: „How many days did you all stay together?“

The Journalist (wiping the sweat on his brow) said: „Three days…“

Monk: „How much time did you spend with your Father, sitting right beside him?“

The journalist looking perplexed and embarassed and started scribbling something on a paper…

The Monk: „Did you have breakfast, lunch or dinner together? Did you ask how he was? Did you ask how his days are passing after your mother’s death?“

Drops of tears coming out started to flow from the eyes of the journalist.

The Monk held the hand of the journalist and said: „Don’t be embrassed, upset or sad. I am sorry if I have hurt you unknowingly… But this is basically the answer to your question about „Contact and Connection (Jogajog and Sanjog).“ You have ‚Contact‘ with your father but you don’t have ‚Connection‘ with him. You are not connected to him. Connection is between heart and heart… Sitting together, Sharing meals and Caring for each other, Touching, Shaking hands, Having eye contact, Spending some time together… You brothers and sisters have ‚Contact‘ but you have no ‚Connection‘ with each other…“

The journalist wiped his eyes and said : „Thanks for teaching me a fine and unforgettable lesson.“

This is the reality today.
Whether at home or in the society everybody has lots of contacts but there is no connection. No communication… Everybody is in his or her own world.

Let us not maintain just „Contacts“ but let us remain „Connected.“ Caring, Sharing and Spending time with all our dear ones.

                ***

The Monk was none other than Swami Vivekananda.

Only for Hindus! Foreigners not allowed !!

Als ich vor dem berühmten Hindutempel in Thiruvananthapuram stehe, kommen mir Erinnerungen ins Gedächtnis auf das Erlebnis, das ich mit meiner Tochter vor circa zwei Jahren dort hatte.

Viele reisen tausende Meilen, um einmal diesen Tempel zu besuchen, um nicht nur Gottesdienste zu erleben und Segen zu empfangen, sondern auch wegen der schönen Architektur und der Skulpturen. Als ich mit meiner Tochter in Südindien Urlaub machte, wollte ich ihr diesen schönen Tempel zeigen.

Alle Männer müssen in den meisten Tempeln ihren Oberkörper freimachen und Frauen müssen hinduistisch gekleidet sein. Als diese Bedingungen erfüllt waren, ging ich mit meiner Tochter zum Tempeleingang. Mit strengen Blicken schauten die Tempelwächter uns an. Viele von ihnen trugen Stöcke bei sich, bereit zum Schlagen, falls jemand die Bräuche des Tempels missachten sollte. Dazu gehörte auch das Fotografieren, das nämlich strengstens verboten ist. Einmal, als ein Student mit einer Kamera in seinem Kugelschreiber versteckt fotografierte, wurde er verprügelt und die Kamera beschlagnahmt.

Thiruvananthapuram 

Einer der Tempelwächter schaute meine Tochter genau an. Ich sagte ihm, dass sie meine eigene leibliche Tochter und ihre Mutter eine Deutsche sei. Daraufhin stellte er an meine Tochter die Frage in Malayalam und dann in Hindi, ob sie ein Hindu sei. Als ich seine Fragen meiner Tochter übersetzte, sagte sie dem Tempelwächter, dass sie wie ihr Vater ein Hindu ist. Das ist nach Hindutradition auch richtig.

Da kam ein anderer Tempelwächter und meinte, dass meine Tochter viel zu hell ist im Vergleich zu mir, er könne sich nicht vorstellen, dass sie ein Hindu ist und verweigerte den Zutritt in den Tempel. Der eine Tempelwächter schlug mir vor, den Tempelvorsteher anzusprechen. Es war nicht so einfach, ihn zu finden und als uns das schließlich geglückt war, sagte er, ohne sich über unser Anliegen zu informieren, >>Foreigners and Non Hindus Not allowed.<< Damit sind hellhäutige Europäer und Nicht-Hindus gemeint.

Er wollte meine Argumente gar nicht hören, sondern verwies auf Sankaracharya, einen der hohen Hindupriester Indiens und sagte weiter, wenn meine Tochter eine Bescheinigung vom Sankaracharya bringen würde, dann dürfe sie rein. Ich jedoch könne ohne Wenn und Aber rein. Ich verzichtete jedoch darauf und verließ den Tempelbereich voller Enttäuschung und mit Wut im Bauch.

Nun das war vor zwei Jahren, meine Wut ist nicht mehr so stark, aber die Enttäuschung steckt tief und es schmerzt immer noch. Der Eingangsbereich ist dieses Mal streng überwacht mit Militär und Polizei. Die Straße zum Tempel ist voller Barrikaden und großen Absperrungen, so dass kein Fahrzeug mehr durchfahren kann. Vor knapp zwei Jahren wurden nämlich enorme Goldschätze in einem der Kellerräume des Tempels entdeckt und man vermutet noch mehr Schätze drin. Daher dieses große Aufgebot an Sicherheitspersonal.

IMG_20160926_175320 (3)

Nachdenklich, vorwurfsvoll und mit Argwohn schaue ich den Tempelturm an, denn die Tempelbehörden hätten damals Rücksicht auf die Gefühle der Menschen nehmen können, insbesondere auf die meiner Tochter.

Als ich so selbstvergessen da stehe und zum Tempelturm hinstarre, erscheint etwas Helles aus heiterem Himmel, das ich nicht erwartet habe. Dieses starke Licht kommt aus den Fenstern des Tempelturms und ich erkenne, dass es das Sonnenlicht der untergehenden Sonne ist. Das mag für jeden anderen selbstverständlich und nicht außergewöhnlich sein, aber dieses wunderbar funkelnde Licht, genau zu diesem Zeitpunkt und genau dort, wo ich stehe, empfinde ich als ein göttliches Zeichen. Ich hole meine Kamera hastig aus meinem Rucksack und knipse einfach drauf los. Meine schnelle Kameraaktion beobachten auch andere und es wird noch ein Smartphone herausgeholt.

IMGP2382 (3)

Es ist seltsam, aber ich bin nicht mehr wütend und ich verspüre ein leises Lächeln auf meinem Gesicht. Auf dieses Naturgeschenk war ich nicht vorbereitet, es ist wie eine Antwort oder Offenbarung, fast wie ein Zeichen der inneren Versöhnung und ich bin entzückt vor Freude.

Das Haus am Fluss in der alten Heimat

An manchen Tagen bin ich gerne alleine mit mir selbst, ohne meine Verwandten oder Freunde und trödele vor mich hin. Manchmal mache ich Yogaübungen, praktiziere gerne die Atemübungen und schreibe. Mein Haus liegt am Karamana Fluss in der Stadt Thiruvananthapuram an der südlichen Westküste Indiens. Es ist ein kleines Haus mit drei Zimmern, aber ruhig gelegen. Es ist nur mit den notwendigsten Möbeln, wie Bett, Tisch, Stühle, Regal, Schrank, einer kleinen Küche mit Induktionsherd und einem kleinen Kühlschrank ausgestattet. Ich finde, es reicht aus für ein Urlaubsleben in meinem Refugium. Bewusst habe ich diesen Ort ausgesucht, fern von meiner lieben Verwandtschaft, die mich gerne besuchen würde, damit ich während meines Urlaubes aus Deutschland nicht alleine wohne. Ich mag meine Verwandten aber zu viel Nähe beengt mich. Vielleicht bin ich in den vier Jahrzehnten in Europa anders geworden, viel zu Deutsch vielleicht. Zumindest behaupten dies meine Verwandten.

>>Periyappa (Onkel) { பெரியப்பா }, Ihr seht wie wir aus, aber Euer Benehmen ist wie das eines Foreigners (europäischer Ausländer) << kommentierte einmal meine freche Nichte. Sudha ist die Tochter meines Cousins zweiten Grades, sie ist ein verwöhntes Fräulein im Teenageralter und sagt das, was sie denkt, aber ich mag sie. Ich erzählte ihr, dass ich ein Flüchtling aus Deutschland bin, geflüchtet vor der Kälte.

APPA‘ { அப்பா } bedeutet auf Tamil, Vater. ‚PERIYA‘ { பெரிய } bedeutet Großer oder Älterer. Als älterer Cousin ihres Vaters habe ich Rechte und Pflichten. Ich darf Sudha zurechtweisen, wenn sie nicht artig ist, habe die Pflicht, sie zu beschützen und bin für sie da, wenn sie mich als Vater braucht.

>>Stell dir vor, da liegt überall auf der Straße Schnee und Eis, weiß und matschig, furchtbar kalt und ungemütlich.<< Daraufhin meinte sie, dass sie sich in Europa sehr wohl fühlen würde. Das Eis wäre ja sogar kostenlos und sie würde sich nur von Eis ernähren!

Die Menschen hier können es sich einfach nicht vorstellen, wie es bei uns in Deutschland ist. Wenn die Verwandten kommen, manchmal in Scharen, dann muss ich über das Leben in Europa, über die ‚White People‘ und deren Feste und Bräuche erzählen. Ich bin froh, wenn sie kommen, aber auch, wenn sie gehen 

Kumar ist der erste Sohn meiner Nichte Kala. Sie wohnen am Rand einer Stadt, am Fuße der Western Ghats, einer Bergkette voller Kräuter für die Heilmedizin. Als kleiner Junge wollte Kumar von mir Spielzeugautos geschenkt haben, heute hat er seinen Führerschein und möchte nach Deutschland, um mit einem Porsche mit 300 Sachen auf der Autobahn zu fahren. Er ist begeistert von Europa, von den Wolkenkratzern und dem Lebensstil. Er weiß gar nicht, wie schön gemütlich und sicher es in seiner Heimat ist. Vor allem denkt er, dass man in Europa so leicht Geld verdienen kann. Für ihn bin ich ein Vorbild, er glaubt, dass ich alles machen kann, was ich will. Dass ich mich nicht unbedingt an alle Traditionen halte oder nicht alle Verhaltensregeln befolge, findet er, sei ein Privileg, weil ich ein Auslandsinder bin. Ich habe ihm natürlich nicht verraten, dass ich manchmal aus Bequemlichkeit so tue, als ob ich es nicht weiß oder die Regeln vergessen habe. Denn manche der Traditionen sind veraltet. Es ist nicht mehr zeitgemäß aufzustehen, wenn ältere Personen den Raum betreten oder dass man, wenn man auf einem Stuhl sitzt, die Beine nicht übereinander schlagen darf oder wenn man die ‚Weschti‘ anhat, man diese nicht hochstecken darf usw. Weschti ist ein vier Quadratmeter großes Stück Stoff, das man um die Taille trägt. Es ist umständlich, es so umzubinden, dass es nicht rutscht. Tragen die Männer deswegen die Hosen, obwohl die Weschti bequemer ist für das Wetter hier?

Das Haus, das ich früher bewohnte, liegt 80 Meilen entfernt von hier. In Indien haben auch Häuser einen Namen. Dieses Haus wurde Subra-Illam genannt. Das bedeutet gutes gesegnetes Haus. Dort wohnen meine Verwandten und dort hat unser Stamm seit Generationen seine Wurzeln. 

IMG_20161004_081832

Wenn ich in Indien bin, mindestens einmal im Jahr, besuche ich meine Verwandten nach und nach, verteile kleine Geschenke und halte sie auf dem Laufenden.

arrangierte Ehen

Eine arrangierte Hochzeit in Indien

திருமணம் – Hochzeit

Junge Menschen, die bereit sind, eine Familie mit einem anderen Menschen zu gründen und eine Ehe lebenslang zu führen, sollten sich zuvor Gedanken machen. Es sind sehr viele Faktoren zu berücksichtigen.

In erster Linie Charakter, Aussehen, körperlicher und geistiger Gesundheitszustand, Benehmen, Bildung, Herkunft, die Vorgeschichte der Familie, finanzielle Absicherung, Beruf, die Einstellung zum Leben, der Resilienz-Faktor, die Verantwortung, Mut  oder Courage usw., um nur einige zu nennen. Bei jungen Menschen, die noch keine Lebenserfahrung und Reife erlangt haben, besteht eventuell die Gefahr, dass sie von der  Liebe verblendet werden und über all diese Dinge hinwegsehen. Es wäre also eine Entscheidung nach dem Zufallsprinzip, durch Hormone gesteuert.

Genau um solch einen Fehlgriff und spätere Komplikationen zu vermeiden, sollten Erwachsene die jungen Leute bei der Wahl ihres Partners unterstützen. Diese wichtige Aufgabe ist für die Familie und die nahen Verwandten verpflichtend.

Dies gilt auch, wenn die Eltern ihre Kinder bei der Erziehung genauestens auf die vier Phasen des Lebens vorbereitet haben.

In der ersten Phase sollen die Kinder Kinder sein. Spielen, lernen, Blödsinn machen, frech und neugierig sein, Abenteuer erleben und Spaß haben.

In der zweiten Phase lernen sie das Allgemeinwissen und was Verantwortung, Pflichten und Rechte sind.

In der dritten Phase müssen sie Vermögen verdienen und eine Familie gründen.

In der letzten Phase helfen sie ihren Verwandten und gehen zum entspannten Leben über.

Was ist dabei, wenn man für die jungen Leute eine Vorauswahl trifft und ihnen ihren eventuellen zukünftigen Partner vorstellt? In diesem Fall, egal wen sie auch wählen, sind die Chancen gut, dass sie gemeinsam ein gesundes und sicheres Leben führen. Man kann sagen, die Chancen sind höher als bei einem Zufallsprinzip.

Wenn man sein hart verdientes Geld in Aktien investieren möchte, geht man auch nicht hin, schaut sich die Werbung an und investiert nach Gefühl und Glaube, sondern man analysiert das Unternehmen, studiert ihre bisherigen Erfolge, Strategien, Produkte, usw.

Sollte man nicht bei der Gründung einer Familie noch sorgfältiger sein als bei einer Geldinvestition?

Anhand einer arrangierten Hochzeit in meiner indischen Familie möchte ich die indische Art der Partnerauswahl vorstellen.

Ich war noch kein Teenager, als meine Familie anfing, die Hochzeitsvorbereitung für meine Tante Sedhu in Gang zu bringen. Dies wurde mir klar, als meine Tante Wind davon bekam und sich verbal heftig dagegen wehrte. Sie würde niemanden heiraten, den die Familie ihr vorsetzen würde. Sie würde genauso wie Savithri, eine Kinoheldin, die ihren Mann selbst ausgewählt hatte, heiraten. Die Familie hörte sich zwar ihren Protest an, aber die Familienoberhäupter ließen sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen.  Sie brachten bei jeder möglichen Gelegenheit dieses Thema zur Sprache und waren auch auf der Suche nach einem guten ‚Marriage Broker‘, einem Heiratsvermittler.

Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich zusammen mit meiner Mutter, Schwester Chithra, Tanten, Onkel, Großeltern und Kindern meiner Tanten. Shekar, Ravi, Kala, Kanthan, Sathish und Meena waren meine Cousinen und Cousins.

Mein Vater war in der Verwaltung der Regierung in Bangalore beschäftigt und suchte dort für uns ein geeignetes Haus.

திருமண தரகர் – Heiratsvermittler

Meine Tante Sedhu war siebzehn Jahre alt. Eines Tages als ein bekannter Heiratsvermittler an die Tür klopfte, schickte meine Tante ihn forsch fort. Gekränkt sagte er ihr, dass er garantiere, nicht wieder zu erscheinen, auch wenn sie ins heiratsfähige Alter komme.

In unserer Familie blieb nichts lange verborgen, irgendwie bekamen sie Wind von jeglichem Streich, unpassenden Bemerkungen oder Handlungen in der Öffentlichkeit. Einmal, als ich mit meinen Freunden aus der CSI Schule (Church of South India) auf dem Schulweg an der Ecke eine rote Banane (rote Schale und innen gelbe Bananenfrucht) kaufte und aß, hat irgendjemand mich daheim verpetzt. Meine Amma (Mutter) war wütend, als ich nach Hause kam, weil ich am Straßenrand gegessen hatte. In unserer Samudhaayam (Gemeinschaft) macht man so etwas nicht, am Straßenrand essen wir nicht, bekam ich zur Antwort.

Meiner Tante blieb auch nichts erspart. Der gekränkte Heiratsvermittler muss es überall getrommelt haben, meine Tante wurde von vielen Seiten belehrt und beschimpft, so dass sie tagelang betrübt war.

Eine Woche später erschien ein kugelrunder Mann mit breitem Grinsen an der Tür. Meine Großtante empfing ihn und bot ihm Decoction Kappi an (abgekochter Kaffee mit Zuckerrohr gesüßt). Wir Kinder wussten sofort, dass er ein Broker war. Er trug zwei, drei goldene Ringe an seinen beiden Händen. Er hatte die oberen zwei Knöpfe seines Hemdes offengelassen und ließ seine dicke goldene Kette lässig glitzernd aus seinem Hemd herausragen. Sein Lachen war laut und platzte ohne ersichtlichen Grund aus ihm heraus. Er sah aus wie ein Rakshasa (Dämonen aus der indischen Mythologie) und ich mochte ihn nicht.

Meine Großtante Thilagavathy beauftragte ihre jüngste Schwester, also meine Lieblingstante Sedhu, dem Dicken ein paar Vadai und Samosa zu bringen. Er musterte sie kurz und wollte von meiner Großtante wissen, wie sie heiße, ihr Alter, ihr Sternzeichen, ihren Schulabschluss usw. Er lachte laut und verkündete, dass er bereits einige passende Bräutigame kenne und die Hochzeit bereits nach vier Vollmonden und noch vor Diwali (Lichterfest) stattfinden könne.

Tante Sedhu verschwand leise in die Küche, als ob sie sich dort verstecken wolle und sie wirkte verstört. Wir Kinder gingen zu ihr und standen ganz nah bei ihr, um ihr unsere Solidarität zu zeigen. Wir alle haben den Dicken, den wir Gunda (Bösewicht) nannten, nicht gemocht.

Unser Periyappa (Großonkel), Ehemann der Tante Thilagavathy, stellte dem Marriage Broker einige Fragen und schickte ihn fort.

Erst dann wurde und Kindern klar, dass unsere liebste Tante verheiratet werden sollte. Auch Periyappa gefielen die Vorgehensweise und das Prahlen des Brokers nicht. Er meinte, wir müssten wohl weiter nach einem zuverlässigen Broker schauen. Er werde noch am Abend im Nagerkovil (Schlangentempel) den Priester fragen.

Tante Sedhu schien irgendwie erleichtert. Sedhu Chithi, so wie wir sie nannten (Chithi=Tante), war bis zu diesem Vorfall lustig, spielte mit uns Verstecken, Seil springen, Rennen und Jagen, sie war unsere Kommandeurin und Spielkameradin zugleich. Nun wirkte sie seriös, erwachsen und nachdenklich. Wir alle litten sehr darunter. Auch die Oberen der Familie bemerkten, dass wir nicht mehr so lauthals schreiend und wild durch die Gänge im Haus liefen. Es herrschte eine bedrückte Stimmung im Haus.

Damals lebten wir alle zusammen in einem großen Haus, das meinen Großeltern gehörte. Zu ihrem Haushalt gehörten fünf Kühe, ein Hahn mit Hühnern in seinem Harem und eine Katze, die irgendwann gekommen und geblieben war. Am letzten Freitag in jedem Monat kamen Bauern, die die Reisfelder meiner Oma gepachtet hatten, um ihre Pachtgebühren zu bezahlen. Sie zahlten nicht mit Geldscheinen, sondern brachten Reissäcke voller ungeschälter Reiskörner, Kokosnüsse und andere Erträge aus der Landwirtschaft. Auch sie stellten fest, dass irgendetwas im Gange war. Meine Großmutter informierte sie ganz leise, so dass wir nichts Genaues mitbekamen.

Tante Sedhu durfte nicht mehr rumrennen und nicht mit uns Fangen und Verstecken spielen. Sie wurde über Nacht älter gemacht. Wenn sie das Haus verließ, musste sie traditionell gekleidet sein, langsam gehen und das niemals alleine. Irgendjemand begleitete sie immer, manchmal waren es die Putzfrauen oder einer von uns, wenn sie ihrer Freundin im Nachbarhaus einen Besuch abstattete.

Einmal sahen wir sie am Brunnen im Innenhof wie angewurzelt stehen. Sie starrte die Hauskatze an und manchmal schüttelte diese den Kopf, als ob die beiden in ein Gespräch verwickelt gewesen wären. Was ist mit ihr los?, fragten wir Kinder.

Diese Zeit war so prägend, dass ich davon noch heute berichten kann, als ob es gestern gewesen wäre.

ஓணம் திருவிழா – Onam Fest

Es war kurz vor dem Onam Fest, dem  größten Fest im Bundesstaat Kerala. Es ist in erster Linie ein Erntedankfest und wird nach dem Mondkalender von Ende August bis Anfang September gefeiert. Die reifen goldenen Reisfelder und Gärten sind üppig gesegnet mit leuchtenden Blumen und Früchten. Das Wetter ist feucht, aber warm und sonnig. Zu dieser Festzeit wird kein Unterschied zwischen Hindus, Christen, Kasten, Bauern und Fürst gemacht, alle feiern fröhlich. Die Frauen tragen cremefarbene Saris aus Seide oder Baumwolle mit Goldbordüre. Die Männer weiße Hemden und Weschtis (sechs Meter Baumwollstoff, auch mit Goldbordüre).

Tante Sedhu fand Trost bei ihren Freundinnen bei der Vorbereitung auf das grandiose Fest und bei den Proben für den Onam Tanz.

Beim Onam Tanz meiner Tante mit ihrer Gruppe konnte ich nicht dabei sein, denn meine Mutter nahm uns mit nach Bangalore, um das Haus zu besichtigen, das mein Vater für uns ausgesucht hatte.

Mein Vater hieß Raghavan und stammte aus Marthandam, einer malerischen Stadt im Bundesstaat Kerala. Sein Vater war ein Siddha Waithiyar (Naturheilmediziner). Subramonian hieß er und war bei seinen Patienten für seine Marmatechniken (ähnlich wie Akupunktur) bekannt. Diese waren zwar schmerzhaft, heilten aber schneller. Als Waithiyar schrieb er seine Praxiserfahrungen in den Sprachen Tamil und in Malayalam. Jede Sprache hat seine Besonderheiten bei Aufzeichnungen. Mein Vater ging in Kerala zur Schule und konnte beide Sprachen fließend. Da meine Mutter jedoch auf ihre Muttersprache nicht verzichten wollte, sprachen wir in der Familie in Tamil.

Mein Vater besuchte mit mir Kathakali-Volkstanzvorstellungen. Meine Schwester durfte nicht mit, da manche Szenen Kampfhandlungen zeigten und meine Mutter nicht wollte, dass sie das sieht. Es waren nicht nur Kampfhandlungen, sondern Geschichten über Helden, Götter und Fabelwesen. Ich lernte dadurch auch, wie man List, Trug und Neid meidet und bekämpft.

Nachdem wir aus Bangalore zurückgekommen waren, erzählte ich meinen Cousinen und Cousins ausführlich von dem Aufenthalt.

Auch meine Tante war anwesend bei meinen Erzählungen, tat aber so, als ob sie gar nicht daran interessiert wäre. Dann aber, wenn wir beim Einkaufen waren oder zum Markt gingen, stellte sie mir viele Fragen, die mir dabei halfen, Geschehnisse aufmerksam zu beobachten und sie später zu beschreiben.

Mein Vater und meine Oma verstanden sich nicht sehr gut. Meine Oma war sehr streng und kommandierend in der auch heute noch praktizierten matriarchalischen Gesellschaft. Ich war sehr stolz auf meinen Vater, weil er sich nicht kommandieren ließ. Streitereien aller Art vermied er, er war wie ein Fels in der Brandung.

Einige Wochen, nachdem wir aus Bangalore zurückgekehrt waren, mussten  wir zu einer Hochzeit bei Verwandten. Davor mussten alle in der Familie neu eingekleidet werden. So ist es Sitte und Brauch. Wir Jungs hassten es, aber die Mädchen waren sehr angetan davon.

Nach der Hochzeitszeremonie wurde Tante Sedhu vielen Verwandten und Freunden vorgestellt. Unsere Tante war wunderschön gekleidet. Sie wirkte schüchtern, aber auch irgendwie froh und stolz. Sie lachte mit ihren Freundinnen und nahm uns in die Arme, als ob sie von uns geschützt würde. Es war ein schöner Tag und wir freuten uns mit ihr. Wir Kinder durften rumrennen und uns die Bäuche mit jeder Menge Ladus, Vadas und anderen Leckereien vollstopfen.

Auch auf dem Tempelfest wurde sie mit Schmuck und Seidensaris geschmückt und wir sahen sie fröhlich mit ihren Freundinnen kichern.

Aber alle Gespräche mit der Verwandtschaft über ihre Hochzeit lehnte sie ab. Wenn es um die Auswahl des Bräutigams ging, sträubte sie sich und blieb stur. Es war nichts zu machen. Auch meine Mutter, die den besten Draht zu Tante Sedhu Chithi hatte, war verzweifelt.

Mein Vater kam aus Bangalore und informierte uns, dass unser Haus dort bald bezugsfertig wäre. Meine Mutter war nicht sonderlich interessiert wegen den anstehenden Hochzeitsvorbereitungen. Meine Eltern stritten sich hin und wieder leise und glaubten, wir würden es nicht mitbekommen. Eines Tages sagte meine Mutter strikt, sie würde erst dann mit nach Bangalore fahren, wenn die Tante verheiratet sei. Mein Vater sagte nichts.

Bei jedem seiner monatlichen Besuche brachte er Mangos und andere Früchte und Süßigkeiten mit, die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Ich teilte die Früchte und die schönen Sachen mit meinen Cousins und Cousinen. Einmal aber behielt ich vier der Alfonso Mangos nur für mich und aß sie alle an diesem Abend. Sie waren so lecker.

Sekar, ein gleichaltriger Cousin, Sohn meiner Periyamma (Großtante), verpetzte mich. Als Strafe bekam ich keinen Payasam (süße, in Milch gekochte Nudeln) an diesem Abend. Am nächsten Morgen wurde ich krank, hatte Magenschmerzen und Durchfall. Eine ganze Woche ging es so, ich jammerte die ganze Nacht, meine Mutter pflegte mich. Ich wollte zu Tante Sedhu, aber sie wurde von uns isoliert, damit sie sich nicht ansteckte und auch krank werden würde.

Der Arzt gab mir Spritzen und Tabletten, es wurde nicht besser. Erst nach zehn Tagen bekam ich Appetit und erholte mich langsam.

Dann kam Pongal das Erntedankfest.

பொங்கல் பண்டிகை – Pongal Festival

Alle unverheirateten Frauen durften vor dem Tempel süßen Milchreis kochen und wenn er gut gelang, durften sie laut ‚Pongalo Pongal‘ schreien. Meine Tante war gut und schrie lauthals, so dass alle sie hören konnten. Prompt bekam sie von der Oma eine Rüge erteilt. Aber ihre Pongalspeise wurde lobend erwähnt, denn sie hatte frische Kokosmilch, Zuckerrohrsaft und andere Gewürze und Zutaten verwendet und ein neues Rezept kreiert.

Meine Tante wirkte glücklich, wir Kinder bemerkten, dass ihre volle Aufmerksamkeit einem uns unbekannten Mann galt.

Das konnte kein Bräutigam-Anwärter sein. Denn an allen von der Familie ausgesuchten hatte sie ja etwas auszusetzen. Was war das für einer?

Er spielte mit uns Gilli Thandal, ein Spiel mit Stock und Stein und das so elegant und geschickt, dass wir Respekt und Achtung vor ihm hatten.

Erstaunt waren wir, als die Tante der Familie erzählte, dass sie sich einen Mann wie diesen als Ehemann vorstellen könne. Sofort waren alle glücklich und teilten ihr mit, dass sie auch damit einverstanden wären. Tante Sedhu rückte in den Mittelpunkt der Familie. Alle waren besonders freundlich zu ihr und alle ihre Wünsche wurden erfüllt. Womöglich hatten sie Angst, dass sie ihre Meinung wieder ändern könnte.

நிச்சயதார்த்தம் – Verlobung

Danach ging es schnell, der Mann, den unsere Tante auserwählt hatte, wurde als Bräutigam angenommen. Die Eltern von ihm kamen mit Gefolge und baten um die Hand meiner Tante und die Nichchaya Thambulam (Verlobungsfeier) wurde in unserem Haus richtig gefeiert.

Leider konnten meine Mutter, meine Schwester und ich bei der Hochzeit nicht dabei sein, denn wir waren inzwischen nach Bangalore gezogen. Mein Vater war befördert worden und er hatte keinen Urlaub bekommen. Meine Mutter war sehr traurig, aber zumindest hatte sie ja die Verlobungsfeier miterlebt.

Erst nach zwei Jahren konnten wir wieder zu unserem ‚native place‘, unserer Heimat. Dort erfuhr ich dann die ganze Geschichte um die Hochzeit meiner Tante. Das war hochinteressant und so langsam verstand ich die Eigenheiten unserer Familie und unsere Traditionen.

கார்த்திகை தீபம் – Kaarthigai Fest

Es war Anfang Dezember und das Kaar-thigai Lichterfest wurde gefeiert. Es ist ein Fest zu Ehren des Gottes Aarumuga mit den sechs Köpfen, dem Sohn des Gottes Shiva. Es wird an dem Tag gefeiert, wenn die Sternenkonstellation Plejaden (sechs Sterne) am Vollmond stattfindet. Frauen beten für das Wohlsein ihrer Männer (Ehemann, Bruder, Vater, Sohn, Großvater…).   Die Frauen kehren, wenn es möglich ist, zu ihrem Heimatort zurück, gehen zum Tempel und entzünden am nahegelegenen Fluss Öllampen aus Ton. Danach lassen sie diese auf Blättern schwimmen und beten für die geistige und körperliche Gesundheit der Männer in ihrer Familie.

Es ist ein Fest der Frauen. Meine Mutter nahm meine Schwester und mich mit nach Nagercoil, unserem ‚Native Place‘. Tante Sedhu war gekommen, um dieses Fest mit ihren Schwestern und der Mutter zu feiern. Die Festvorbereitungen waren in vollem Gange. Dort erzählten mir meine Verwandten, wie es meiner Tante im ersten Jahr nach der Hochzeit ergangen war.

Es muss eine aufregende Zeit gewesen sein, aber unsere Mutter hat uns davon gar nichts erzählt. Als ich sie deshalb zur Rede stellte, meinte sie, dass es uns Kinder gar nichts angehe. So war sie immer, sehr stolz auf ihre Familie, erzählte nur die guten Dinge und stellte allen eine tadellose Familie vor.

Meine Lieblingscousine Kala, nur ein Jahr älter als ich, die zu diesem Zeitpunkt dort wohnte, wusste alles bis ins kleinste Detail und berichtete uns.

Nicht einmal ein halbes Jahr nach der Hochzeit besuchte unsere Tante Sedhu ihre Mutter, ohne Ankündigung, ohne einen Reisekoffer, ohne Mann, aber mit einer Freundin, wie sie behauptete. Es hat sich später herausgestellt, dass sie zwar eine Freundin, eigentlich aber nur eine Hausangestellte der Schwiegerleute meiner Tante war.

Die Schwiegereltern der Tante waren sehr nett und haben sie sehr gut behandelt, nicht aber die ältere Schwester ihres Mannes. Die kommandierende Art der Schwägerin und die schlechte Behandlung konnte Sedhu nicht ertragen. Sedhu Chithi wuchs in einer behüteten Familie als jüngstes Nesthäkchen auf, hatte viele Freiheiten und konnte frech ihre Meinung sagen. In der Familie ihres Mannes jedoch wehte ein anderer Wind. Ihr Mann liebte sie zwar, konnte sich aber nicht gegenüber seiner Schwester durchsetzen. Er war mehr eine ruhige, poetische, die Natur liebende Person.

Seine Schwester hingegen war älter als er, geschäftstüchtig und fühlte sich als die Herrscherin des Hauses.

Die Rollen waren vertauscht zwischen den Geschwistern. Nun sollte er langsam auch noch die Geschäfte seines Vaters übernehmen. Die Schwiegerfamilie  war wohlhabend und verdiente ihr Vermögen mit einem Speiseöl-Großhandel. Sie besaßen ein großes, herrschaftliches Haus mit Angestellten für Haus, Hof und Küche. Sedhu bekam ein Hausmädchen, das sich um sie kümmerte. Auch Kochen musste Sedhu nicht, denn sie hatten ja eine Köchin. Sedhu langweilte sich und wartete auf ihren Mann, der abends völlig ermüdet nach Hause kam und nach allen Sorten von Öl roch. Er erzählte ihr von den Geschäftsgeschehnissen und dass er nur durch das Tröpfeln des Öls auf die Zunge die Qualität der verschiedenen Öle erkennen konnte. Das alles hat Sedhu noch mehr gelangweilt und ihre Art, frei zu reden und witzig zu sein, schürte Neid bei ihrer Schwägerin.

Nach einigen Monaten eskalierten die Streitigkeiten. Sedhu freundete sich mit dem gleichaltrigen Hausmädchen an. Das passte der Schwägerin nicht und sie ermahnte Sedhu, Distanz zu den Hausangestellten zu wahren. Bei einer dieser verbalen, doppeldeutigen Andeutungen und Anschuldigungen erfuhr Sedhu, dass ihr vermeintlich eigener Entschluss ihren Ehemann zu wählen, nicht unbedingt ihre freie Entscheidung war. Die Schwägerin offenbarte ihr, dass die Schwiegerfamilie einen Heiratsvermittler beauftragt und Sedhu gefunden hatte.

Jetzt jedoch bezeichnete die Schwägerin den Heiratsvermittler als Taugenichts, denn er hätte eine bessere, fügsame und kräftige Frau für ihren Bruder aussuchen sollen. Das muss für meine Tante ein Schock gewesen sein. Sie litt darunter, von der Schwägerin schlecht und ungerecht behandelt zu werden, aber noch mehr muss sie darunter gelitten haben, zu wissen, dass die Wahl ihres Mannes auch von ihrer eigenen Familie manipuliert gewesen war.

Als ich Cousine Kalas Ausführungen hörte, sie konnte märchenhaft gut erzählen, war ich schockiert und verstand nicht genau, was da schief gelaufen war. Es muss so gewesen sein, dass, als ein Heiratsvermittler unsere ehrenhafte Familie kontaktierte, alle sich hinter dem Rücken von Sedhu verschworen hatten, um einen Geheimpakt abzuschließen.

So wurde der Mann ihrer Wahl so zufällig ins Spiel gebracht. Nun verstand ich auch, warum alle damals so huldvoll Sedhus Selektion guthießen und mitmachten. Wahrlich eine ehrenhafte Familie. Ich war enttäuscht, wütend und konnte Tante Sedhu verstehen.

Wenn der Mann seine Frau nicht innerhalb von sieben Tagen zurückholt, will er sie nicht mehr haben, das war in der damaligen Zeit der Gesellschaft ein ungeschriebenes Gesetz. Nun, sieben Tagen verstrichen und kein Mann kam.

Am achten Tag, vor Sonnenaufgang, erschien er, völlig ermüdet, seine Kleider zerknittert und sein Gesicht unrasiert. Er berichtete Sedhu, dass er erst nach seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise erfahren hatte, was ihr widerfahren war. Er nahm noch am selben Abend den Bus, um seine geliebte Frau abzuholen und sich bei ihr für das Verhalten seiner Schwester zu entschuldigen. Dann hatte der Regen auch noch eine Brücke weggespült und er musste mit anderen Reisenden noch in der Nacht einen langen Fußmarsch zurücklegen. Nun sei er da, aber völlig erschöpft.

Zwei Tage später erfuhren alle, dass die Eheleute wieder zurückgekehrt waren, um bald einen eigenen Haushalt in der Stadt zu gründen.

In den darauffolgenden Jahren wuchs Sedhus Familie und sie wurde mit  vier Kindern, drei Mädchen und einem Jungen, gesegnet.

Noch etwas – meine Tante Sedhu gab ihrem einzigen Sohn den Namen Suresh.

Vers aus dem „Lied von der Glocke“ von Friedrich Schiller:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!

Auch die alten Inder wussten um die Wichtigkeit dieser Aussage.

No one teaches a Volcano how to Erupt…  No one  teaches a Tsunami how to Rise…

No one teaches a Hurricane  how to Sway…  No one  teaches a MAN or a WOMAN

how to choose  a WIFE or Husband!!!                       NATURAL DISASTERS JUST HAPPEN!